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Schneesturm „Benjamin“ ab Montagabend

Jannis Schneider 6. Januar 2019
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06.01.2019 – 19:35 MEZ

Der Schneesturm „Benjamin“ erreicht am Montagabend den äußersten Norden Deutschlands. Anschließend zieht er über den Nordosten der Bundesrepublik, sowie nachfolgend über Polen und Tschechien. Seine Fronten beanspruchen dabei alle Landesteile.

Das Tief „Benjamin“ zieht vom Nordatlantik südlich von Island (siehe Satellitenbild) über Färöer und das Europäische Nordmeer. Anschließend trifft es auf die deutschen Küstengebiete. Aufgrund dessen sind dort schon am Montagabend, 7. Januar, einzelne Sturmböen um 75 km/h zu erwarten. Nachfolgend zieht „Benjamin“ mit seinem Zentrum über den äußersten Nordosten Deutschlands und im weiteren Verlauf über Polen, Tschechien und die Slowakei. Dabei erfassen seine Fronten ganz Deutschland.

Schneesturm "Benjamin"

Satellitenbild: DWD / METEOSAT

Im Laufe des Abends und in der Nacht zum Dienstag überquert uns dann das erste Niederschlagsgebiet. Es erreicht bis spätestens zum frühen Dienstagmorgen die Alpen. In tiefen Lagen fällt dabei meist Regen oder lokal Schneeregen. Im Bergland muss allerdings ab 400 bis 500 m mit Schneefällen gerechnet werden. Dort kann es verbreitet etwa 5 cm Neuschnee innerhalb zwölf Stunden geben; in einigen Staulagen können es auch um 10 cm sein. Rückseitig dieses Niederschlagsgebietes steigt die Schneefallgrenze auf 700 m an. Oberhalb davon bleibt also durchaus eine geschlossene Schneedecke erhalten, während darunter meist Tauwetter ansteht.

Jedoch ist die Kaltfront von „Benjamin“ schon unterwegs und sorgt während dessen im Norden Deutschlands für eine Abkühlung. Dort liegt die Schneefallgrenze am Dienstagmittag häufig bei ca. 300 m; teils auch schon darunter. Da solche Höhen in diesen Regionen aber eher selten sind, fällt zu diesem Zeitpunkt hier noch überwiegend Regen.

Erreicht die Kaltfront aber die Mitte Deutschlands – was um die Mittagszeit am Dienstag geschieht – muss in den meisten Gebirgen ab 300 bis 400 m mit kräftigen Schnee- und Graupelschauern gerechnet werden. Regional können sich dann auch Schauer zu etwas größeren Niederschlagsgebieten formatieren, sodass schauerartige Dauerschneefälle möglich sind. Zudem besteht aufgrund der verbreitet im Bergland vorherrschenden schweren Sturmböen bis etwa 100 km/h die Gefahr von markanten bis teils unwetterartigen Schneeverwehungen (Warnstufe ROT).

Ab Dienstagabend fällt dann bis in tiefere Lagen Schnee. Eine geschlossene Schneedecke gibt es aber dort sehr wahrscheinlich nicht. Im Bergland sind dagegen besonders oberhalb 400 m bis zum Mittwochabend, 9. Januar, flächig 12 bis 25 cm Neuschnee zu erwarten. Örtlich sind dort auch über 30 cm im Bereich des Möglichen. Örtliche Unwetter (Warnstufe ROT) sind also auch in dieser Hinsicht denkbar.

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