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Allgemein Report

Rückblick: Das Wetter im Jahr 2018

Jannis Schneider 30. Dezember 2018

30.12.2018 – 17:07 MEZ

Das Jahr 2018 geht zu Ende. Wettertechnisch gesehen ist wieder einmal einiges passiert. Von den Orkanen im Winter, über die allmählich beginnende Trockenheit ab Mitte April bis zum milden Herbst.

Das Jahr begann mit dem Orkantief „Burglind“ ziemlich turbulent. Es zog bereits am 3. Januar über Deutschland und sorgte verbreitet für Sturm- und schwere Sturmböen bis in tiefe Lagen. Lediglich der Nordosten Deutschlands bekam mit starken Windböen bis etwa 60 km/h deutlich weniger von der Unwetterlage zu spüren. Die stärksten Böen Deutschlands gab es auf der Zugspitze mit 176 km/h, am Brocken mit 157 km/h und in Freudenstadt mit 137 km/h. Auch in tiefen Lagen kam es zu Unwettern. Hier wurden in der Spitze 115 km/h gemessen; das war in Geilenkirchen. In der Bundesrepublik gab es viele Berichte über Schäden.

Orkan Burglind 2018
Orkan Burglind 2018

Der zweite Orkan zog am 18. Januar über Deutschland. Er wurde auf den Namen „Friederike“ getauft und traf die Mitte und den Süden Deutschlands etwas härter als das Orkantief „Burglind“. Es kam im Vergleich deutlich häufiger zu orkanartigen Böen bis ins Tiefland. Hier und da konnten in Höhen unterhalb 200 m sogar volle Orkanböen gemessen werden. Spitzenreiter war dort Kabelsketal in Sachsen-Anhalt mit 146 km/h. Der Brocken knackte an diesem Tag die 200er-Marke mit 205 km/h!

Im weiteren Verlauf wurde es ruhiger. Im Februar gab es besonders im Bergland aber noch einmal einiges an Schnee. Nachfolgend traf der Frühling nur sehr langsam bei uns ein. In einigen Hochlagen lag bis in den April eine geschlossene Schneedecke. Zu diesem Zeitpunkt begann eine Phase, die uns mit nur wenigen schwachen Unterbrechungen bis Anfang Dezember beschäftigte: Die Trockenheit.

Bevor die richtige Dürre begann, hatten wir es von Mitte Mai bis Anfang Juni aber erst einmal mit einer Gewitter-Serie zu tun. Eine Hauptgefahr stellten die lokal sintflutartigen Platzregenschauer dar. Allein deswegen konnten einige Gewitter als schwere Unwetter klassifiziert werden.

Unwetter Mai 2018
Unwetter Mai 2018

Anschließend passierte nicht mehr viel in Sachen Wetter; und das war ein Problem. Den teils sengende Hitze und massive Trockenheit machten sich breit. Gewitter gab es dann nur noch selten. Viele Regionen bekamen nahezu täglich Höchstwerte von 30 Grad und mehr bei nur geringer oder gar keiner Bewölkung. An einigen Tagen deutete sich sogar ein Allzeitrekord an. Dieser wurde nur knapp verfehlt, denn in Bernburg in Sachsen-Anhalt wurden am 31. Juli 39,5 Grad gemessen, was 0,8 Grad unter dem bisherigen Rekord von 2015 liegt.

Dürre 2018
Dürre 2018

Auch im Herbst hielt die Trockenheit weiter an. Die Temperaturen lagen dabei verbreitet weit über dem langjährigen Mittel. Allmählich gab es Probleme in der Binnen-Schifffahrt. Viele Strecken konnte nicht mehr befahren werden, da die Pegel zu niedrig waren. In Worms wurden an mehreren Tagen weniger als 5 m Wasserstand gemessen.

Trotz der Trockenheit verirrten sich zwei Herbststürme nach Deutschland. „Fabienne“ – ein Orkan am 23. September – zog mit schweren Sturm- und lokal sogar orkanartigen Böen bis ins Tiefland über die Bundesrepublik. In tiefen und mittelhohen Lagen lag Konstanz mit sage und schreibe 148 km/h auf Platz eins. Dies konnten selbst die meisten Hochlagen nicht überbieten, abgesehen vom Weinbiet mit 159 km/h. Der Norden Deutschlands bekam von den Turbulenzen so gut wie nichts mit.

Ein weiterer Herbststurm namens „Vaia“ zog am 30. Oktober über uns hinweg. Unwettergefahr bestand ausschließlich im Bergland. Dort lagen der Brocken mit 155 km/h, der Feldberg im Schwarzwald mit 137 km/h und die Zugspitze mit 131 km/h vorne. In Lagen unterhalb 400 m – also in mittelhohen und tiefen Lagen – lag Neu-Ulrichstein mit einer schweren Sturmböe von 89 km/h auf Platz eins.

Orkan Fabienne 2018
Sturm Vaia 2018

Nach einem trockenen Herbst folgte ein wechselhafter Dezember. Auch dieser war durchweg zu mild, sodass es überwiegend nur im Bergland zeitweise zu einer geschlossenen Schneedecke kam. Für Wintersport reichte es aber auch dort meist nicht. Für ordentlich Wind sorgten die beiden Stürme „Marielou“ und „Stina 2“.

„Marielou“ brachte uns vom 7. bis zum 9. Dezember Sturm- und schwere Sturmböen bis in tiefere Lagen. Das Tief nahm ganz Deutschland in Anspruch, weswegen auch die Küsten einiges abbekamen. Am „Leuchtturm Alte Weser“ reichte es sogar für eine orkanartige Böe von 104 km/h. Bundesweiter Spitzenreiter war allerdings der im Schwarzwald gelegene Feldberg mit einer schweren Orkanböe von 157 km/h.

„Stina 2“ am 21. Dezember war ähnlich stark; nur wurden die Küstengebiete dieses Mal etwas verschont. Ansonsten kann man keine am stärksten betroffene Region nennen. Der Brocken war mit bis zu 156 km/h ähnlich stark betroffen, wie die Zugspitze mit 159 km/h, gefolgt vom Feldberg im Schwarzwald mit 137 km/h.

Sturm Marielou 2018
Sturm Stina 2018

Das Jahr 2018 war wieder voller Ereignisse. In Erinnerung bleiben wohl besonders die Orkantiefs „Burglind“ und „Friederike“, sowie die lang anhaltende Trockenheit im Sommer und Herbst mit zahlreichen Hitzetagen.

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